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	<title>textAffairs</title>
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		<title>Der Data Warehouse Mythos – Abgepackte Informationen aus dem Selbstbedienungsladen</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Apr 2008 18:04:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abeuthner</dc:creator>
				<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>

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		<description><![CDATA[Wohin mit der Datenflut? Eine bange Frage, die bereits in den Teenagerjahren der modernen Computer- und Informationstechnik die fortschreitende maschinelle Verarbeitung von Informationen begleitet und bis heute kein Jota an Gewicht verloren hat. Die IT-Industrie zitiert gern das Datenchaos im Primärspeicher und tonangebende Wirtschaftsinformatiker sprechen von „Information-Overload“, der sich unversehens zum „Overkill“ fortentwickeln kann. Wer [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=17&subd=abeuthner&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wohin mit der Datenflut? Eine bange Frage, die bereits in den Teenagerjahren der modernen Computer- und Informationstechnik die fortschreitende maschinelle Verarbeitung von Informationen begleitet und bis heute kein Jota an Gewicht verloren hat. Die IT-Industrie zitiert gern das Datenchaos im Primärspeicher und tonangebende Wirtschaftsinformatiker sprechen von „Information-Overload“, der sich unversehens zum „Overkill“ fortentwickeln kann. Wer nach kurzem Nachdenken auf die Delete-Taste hinweist, verkennt mit dieser verblüffend einfachen Antwort das Problem: Die codierten Bits und Bytes enthalten nützliche Informationen, die mit dem Löschen verloren gehen.</p>
<p>Besonders hellhörig reagiert in diesem Zusammenhang die Unternehmens-IT. Neben dem inzwischen etablierten Zwang zur regelkonformen Datenaufbewahrung gemäß staatlicher Auflagen sind es marktwirtschaftliche Verlockungen, die den Umgang mit Daten in eine neue Richtung lenken. „IT meets Business“ steht von Anfang an auf dem Beipackzettel, der die Idee und den Bau eines Data Warehouse (DW) inklusive der zugreifenden Front-End-Applikationen begleitet. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass der Schritt vom klassischen Datensammler zur dispositiven Informationswirtschaft viele Anwenderfirmen mit enormen finanziellen, technischen und organisatorischen Hürden konfrontiert.</p>
<p>Wertschöpfung aus der Datenbank</p>
<p>Schon die frühen Pioniere des Data Warehousing verbinden ihre informationstechnischen Ambitionen mit grundsätzlicheren Gedanken zu Produktivität und Wachstum. Sie beschwören den informellen Wert einer speziell strukturierten Datenbank, befüllt mit erstklassigen Geschäftsinformationen, die der Anwender dank intuitiv handhabbaren Werkzeugen abholen, am Bildschirm betrachten und in seine Entscheidungsfindungen einfließen lassen kann. Flankiert wird dieser Aufruf zur unternehmensweiten Informationsbewirtschaftung durch wissenschaftliche Abhandlungen, die Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts immer häufiger auftauchen: Information sei ein Produktionsfaktor wie Arbeit, Boden und Kapital lautet die Kurzformel, die Feuilletonleser und Fachpresse zu lebhaften Debatten anregte. </p>
<p>Ohne hier näher auf das weitläufige Feld an Überlegungen zum Gelehrtenstreit einzusteigen, macht der hohe Stellenwert, den Informatiker dem Begriff Information einräumen, stutzig. Wer eine Nachricht liest, weiß doch noch lange nicht, um was es geht. Selbst gewöhnlich gut informierte Kreise sind überrascht, wenn alles anders kommt als erwartet und manche Gebrauchsanleitung muss man fünf mal lesen, um zu verstehen, was Sache ist. Die begriffliche Unschärfe nährt den Verdacht, dass die Informatikerzunft mit der in Aussicht gestellten Datenaufbereitung lediglich den Bogen zu etwas Handfestem spannen will. Denn übersetzt in den Kontext des Alltagsgeschäfts zeigt der Hinweis auf den Produktionsfaktor sogleich Brisanz für jeden Homo oeconomicus: Es geht um den wettbewerbsentscheidenden Vorsprung, der sich durch das intelligente Ausschöpfen der reichlich vorhandenen Datenquellen einstellen soll.</p>
<p>Auf diese Botschaft springen die Unternehmensstrategen in Sachen Data Warehouse an. Schließlich wurden bereits großzügige IT-Investitionen in Datenbanken und das Datenmanagement getätigt mit Zielrichtung Speichern und – im Fall einer abgestürzten Systemlandschaft – Wiederherstellen der applikationsgetriebenen (operativen) Datenbestände. Ganz zu schweigen von teuren Finanz-, Warenwirtschafts-, Produktionsplanungs- und Vertriebssystemen, die das Enterprise Ressource Planning (ERP) entscheidend vorantreiben sollen. Manchem Geldgeber drängt sich bereits die Frage auf, wie denn die Speicherung großer Datenmengen den Rückfluss der dafür notwendigen Ausgaben zustande bringen soll.</p>
<p>Solche Zweifel spielen in den Jahren 1990 ff. zunächst eine untergeordnete Rolle. Das Innovationstempo der Hard- und Softwareindustrie strebt gerade mit Client-/Server-Systemen, Internet, E-Business und Network Computing einem neuen Höhepunkt entgegen. Die Datenbank ist etablierte Lagerstätte und Verwaltungsort von elektronisch erzeugten Daten mit einer Allzweck-Software, die sich um Datenzugriff, Flexibilität, Verfügbarkeit und Sicherheit kümmert. Doch die Speicherboliden gelten als träge Kolosse. Das unterschiedslose Sammeln in einem zentralen Datenpool hat nämlich einen gravierenden Nachteil: Darin tummeln sich strukturierte Daten wie Telefonbücher oder Adresslisten ebenso wie komplexe und unstrukturierte Datentypen, angefangen bei Textdateien über E-Mails, Kundeninfos, Bürger- und Patientenakten bis zu Multimedia-Files mit Bild und Sound. Zudem ändert sich der Inhalt relationaler Online-Datenbanken mit jeder noch so kleinen Transaktion – die Suche nach geschäfts- und entscheidungsrelevanten Informationen stößt wegen der Vielzahl von internen und externen Datenquellen mit all den inkommensurablen Datentypen und –formaten auf ernsthafte Schwierigkeiten.</p>
<p>Die neue Produktivkraft Information erweist sich in dieser Form als sperrige Datensammlung, die einfach nicht zu den Managementetagen passt. Dort geht es um kurz- oder weitsichtige Entscheidungen mit messbaren Renditezielen und sichtbaren Erfolgen. Das Informationsbedürfnis der Führungskräfte richtet sich auf betriebliche Berichtssysteme, die das Streben nach Business Intelligence und Excellence unterstützen und in auswählbaren Zeiträumen Rückschlüsse auf die Qualität, Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der gerade laufenden Geschäftsprozesse einschließlich der damit befassten Akteure im Unternehmen zulassen. </p>
<p>Verblüffend viele Fragen</p>
<p>Viele Fragen füllen die To-do-Liste eines Managers, der sich anschickt, die aktuellen Geschäftsgänge auf Effizienz und Rentabilität zu überprüfen. Einmal braucht er in Zahlen gefasste Fakten, wie schnell etwas, wo und zu welchem Preis über den Ladentisch ging. Dann sind es Markttrends, die Einfluss nehmen auf das Kaufverhalten oder das Marktgebaren konkurrierender Unternehmen. Stehen neue Verhandlungen mit Zulieferern an, muss der gesamte Einkauf durchleuchtet werden und floppt eine Produktlinie, geht es an die Ursachenforschung mit allen Begleiterscheinungen, die der Misserfolg so mit sich bringt. </p>
<p>Zahlreiche Data-Warehouse-Ruinen vor allem in den 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts belegen, dass der Bau solcher Systeme einigen Hirnschmalz erfordert, jede Menge Arbeit und Investitionen bewegt und viele Fallstricke parat hält. Der einfache Grundgedanke, Daten zwecks Analyse aus dem Transaktionsraum des Tagesgeschehens herauszulösen und daraus Informationen für unterschiedliche Anwenderzwecke zu generieren, lässt sich nicht per Plug &amp; Play in eine funktionstüchtige IT-Architektur umsetzen. </p>
<p>Weitere Schwierigkeiten stellten sich ebenfalls in den Anfangsjahren des Data Warehousing ein. Ältere Semester kennen noch den Joke mit den Bierflaschen und den Babywindeln. Nach intensiver Datenanalyse und mehrdimensionalem Abgleich diverser Kennziffern im Data Warehouse des US-Handelshauses Wal Mart erhalten die Filialleiter von der Zentrale den Tipp, Windeln und Feiertagsgetränk nebeneinander vor der Kasse zu platzieren. Siehe da, der Absatz beider Produktarten tendierte nach diesem Cross-Selling-Act &#8211; vor allem Wochenends &#8211; nach oben. Marketing- und Verkaufsprofis haben solche Glanzleistungen superteurer Warehouse-Techniken indes kalt gelassen. Tiefschürfende Einsichten in die Geheimnisse der Verkaufssteuerung im Supermarkt vermittelt diese Art der Informationsgewinnung nicht.  </p>
<p>Mathematische Spielchen fürs Management</p>
<p>Die eher trivialen Analyseergebnisse der Anfangsjahre hat dem Data-Warehouse-Konzept nicht geschadet. Betriebswirtschaftlich orientierte Informatiker und Professoren mit nebenamtlichen Consultingaufträgen hatten längst die Ressource Information zur Steuerungsgröße für Geschäftsprozesse erklärt. Auf Kongressen und diversen Firmenveranstaltungen kursierte die Vorstellung, ein komplettes Unternehmen quasi vom Schreibtisch aus am Bildschirm per Dashboard und Cockpit über Key Indicators und automatisierte Reportings zu steuern. Das begeisterte zunehmend das gehobene Management, schließlich muss der Motor rund laufen und das wird immer schwieriger.</p>
<p>Lehr- und Handbücher zu Data Warehouse lassen indes nach wenigen Seiten erkennen, dass der Weg von codierten Zeichen und Zeichenketten zu einer aussagekräftigen Information über den aktuellen Stand der Krebsforschung in Europa oder die Auktionshistorie am Hamburger Fischmarkt weit und sehr holprig ist. Das Extracting, Transforming und Loading (ETL) der Daten in ein neu modelliertes Warenhaus für Geschäftsinformationen ähnelt einem Spießroutenlauf: Einmal lässt die Datenqualität und Aktualität zu wünschen übrig, dann belasten die Abfragen und das Online Analytical Processing (OLAP) die Systemperformance im gesamten Bereich des so genannten Online Transaction Processing (OLTP). </p>
<p>Aufgehalten hat das die Wirtschaftsinformatiker und Softwareentwickler nicht. Längst sind sie sich einig, dass die „Systemintelligenz“ steigerungsfähig ist und dass diese Herausforderung nur durch das Konzipieren eben jener Informationsspeicher zu meistern ist, die eine transparente, integrierte und logisch-konsistente Gesamtsicht auf die Daten vermitteln. </p>
<p>Informationen am laufenden Band </p>
<p>Kontroverse Auseinandersetzungen über Architektur, Datenmodell und Inhalte eines Data Warehouse prägen die Entstehungsgeschichte der informationsorientierten Datenhaltung. Schon einer der Gründerväter des Data Warehouse, der IBM-Mann Bill Inmon, sorgt vor zwanzig Jahren mit seiner Definition für Verwirrung. Unklar ist demnach, ob eine unternehmensweite Informationsbereitstellung anzustreben sei, oder die Fachabteilungen jeweils eigene Data Marts unterhalten sollen. Offenbar schwebte Inmon damals bereits ein sehr umfassendes Business-Intelligence-System vor, das den Steuerungs- und Cockpit-Gedanken verfolgt. </p>
<p>Business Intelligence bedeutet frei übersetzt Bescheid wissen über die Vorgänge im Job Floor, die angeschlossenen Managementebenen und das regionale und globale Umfeld bezüglich der Erfolgsaussichten anstehender unternehmerischer Ziele. Mathematisch beseelte Geister wie Inmon fanden sich nicht damit ab, dass erste Versuche mit Management Informations Systemen (MIS) oder Decision Support System (DSS) gründlich fehl schlugen. Unermüdlich feilten Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts Informatiker und Softwarearchitekten an Referenzarchitekturen für ein umfassendes Business-Warehouse-System. </p>
<p>Data-Warehouse-Lösungen sind nach ihrer grundsätzlichen Konzeption für das analytische Verarbeiten von Daten bestimmt. Ein Extraktions-Werkzeug zapft alle verfügbaren Datenquellen periodisch oder ereignisgesteuert an und schreibt nach voreingestellten Kriterien die Daten in einen meist physikalisch vorhandenen Zwischenspeicher (Staging-Area oder Operational Data Store). Eine Transformationskomponente integriert die unterschiedlichen Datentypen zu einem einheitlichen, konsistenten Datenbestand und lädt das Ergebnis in die Data-Warehouse-Datenbank. </p>
<p>Dieser so genannte ETL-Prozess findet bereits als Datenfiltering mit diversen Gruppierungs- und Verdichtungsverfahren statt. Das zugrundeliegende Datenmodell berücksichtigt quantifizierende und qualifizierende Daten ebenso wie content-bezogene und transaktionsorientierte Daten. Auf die DW-Datenbank greifen dann die Front-Ende-Werkzeuge zu, die je nach Machart Finanzdaten auf mögliche Risiken untersuchen, Umsatzzahlen für bestimmte Zeitperioden und Regionen zusammenstellen oder Absatzprognosen erstellen. </p>
<p>Knappes Ladefenster aus 1+n Quellsystemen</p>
<p>Damit das System bei den Abfragen nicht einfach ins Blaue hinein fabuliert, sind mehrere Vorkehrungen notwendig. Das Datenbankschema ist mehrdimensional vorstrukturiert, die gesamte Architektur mehrschichtig aufgebaut. In der Fachsprache ist die Rede von Datenobjekten und einer 3-Tier-Architektur. Aus der IT-Sicht sind Daten aus dem operativen Feld jetzt Rohstoff, der automatisiert gewonnen und aufgebrochen wird und dem analytischen Zugriff der Fachabteilungen und des Top-Managements zur Verfügung steht. Der Datenimport unterliegt der peniblen Reinigung von redundanten Tabelleneinträgen und einer themenorientierten Sortierung. Damit diese umfangreichen und standardisierten Basisdaten nicht ihre Aussagekraft verlieren, unterliegen Extraktion und Transformation einer periodisch fortgeschriebenen Aktualisierung. Alles muss schnell ablaufen, möglichst im 24-Stunden-Rhythmus. </p>
<p>Ein betriebswirtschaftliches Faktum, wie beispielsweise „Verkaufszahl“, setzt sich aus mehreren Attributen zusammen. Für die jeweils anstehende Sichtweise auf die Daten wie Produktart, Zeit und Geographie, haben DW-Experten den Begriff der Dimension geschaffen. Da meist mehrere Dimensionen im Spiel sind fasst man diese zu Hierarchieebenen zusammen und verdichtet diesen Bereich mit Hilfe einer Berechnungsvorschrift. Fachleute bezeichnen den Verdichtungsgrad von Daten innerhalb einer Hierarchie als Granularität. </p>
<p>Häufig übersehen wird dabei, dass die Attribute aus unterschiedlichen Quellsystemen stammen können, im Data Warehouse aber zusammen als eine „Entität“ erscheinen. Beispielsweise bestellt jemand im Internet-Shop einen MP3-Player und bezahlt per Kreditkarte, will aber das Gerät in einer Geschenkverpackung an eine bestimmte Lieferadresse schicken – dann glühen die Drähte in der damit befassten IT-Infrastruktur. Die Kunst besteht darin, die angestoßenen Buchungsvorgänge mit unterschiedlichen Laufzeiten zu einem Faktum – inklusive Empfangsquittung und potentieller Reklamation &#8211; im Data Warehouse zusammenzuführen.</p>
<p>Wenn das gelingt, ist der halbe Weg vom Tabellendickicht zur strukturierten Informationshülse geschafft. Technisch gesehen ist man bei einem OLAP-Modell mit eigener Rechenlogik gelandet. Ob der Markt für neue MP3-Player noch aufnahmefähig ist und wie hoch der nächste Deckungsbeitrag dieser Produktgattung sein wird, das lässt sich leider noch nicht feststellen. Diese Aufgabe obliegt eigenen Analyse-Applikationen im so genannten Frontend-Bereich, die solche Fragestellungen an das System &#8211; üblicherweise ein relationales Datenbankmanagementsystem &#8211; richten. Ob die hinterlegten Dimensionsdefinitionen und Kennzahlen ausreichen, um brauchbare Anhaltspunkte für die nächste Werbekampagne oder das Einkaufsordering zu erhalten, hängt von der Komplexität der Analyse ab – wer viel wissen will, muss lange warten.</p>
<p>Das Unternehmen insgesamt gerät unter den Händen der Informatik mehr und mehr zu einem mathematischen Gebilde. Nach dieser Lesart besteht die Firma aus einem sich ständig verändernden (operativen) Datenbestand, der sich mit Hilfe der Sammelkomponente (ETL) und einer Modellierungssoftware (OLAP) in einen Würfel verwandelt. Dieser getrennt von den Online-Datenbanken existierende Cube wird regelmäßig aktualisiert und bildet einen konsolidierten Datenraum mit zahlreichen Informationsobjekten und unterschiedlichen Bezugs- und Zuordnungsregeln. Die Kenngrößen eines Datenwürfels liegen in einer Faktentabelle, die auch alle Beziehungen zu den Klassifikationsstufen der verschiedenen Dimensionen enthält. </p>
<p>Alle Elemente in den OLAP-Würfeln beinhalten bereits thematisch vorsortierte Informationen aus unterschiedlichen Datenbanktabellen, die beim Online Transaction Processing (also im laufenden Rechenbetrieb) in relationalen Abhängigkeiten zu einander stehen. Zum Beispiel Zeittabellen wie Tag, Woche, Quartal und Jahr sowie Artikelstammdaten, die in Relation zu Produktnamen- und gruppen stehen, deren Abverkäufe an verschiedenen Standorten erfasst werden. Das zugrundeliegende Datenmodell im Data-Warehouse-Bereich beschreiben so genannte Metadaten, die in einem eigenen Repository liegen. </p>
<p>Wo steckt die Intelligenz</p>
<p>Vom komplizierten Innenleben des Data Warehouse sieht der Anwender nichts. Allenfalls kommt er mit den Metadaten in Form eines Informationskatalogs und dazugehöriger Navigationshilfe in Berührung. Er nutzt analytische Anwendungen um an die wirklichen oder vermeintlichen Informationsschätze heranzukommen. Die Bandbreite der Werkzeuge reicht mittlerweile von klassischen Reporting- und Abfragegeneratoren bis zu Data Mining und Dokumenten-Retrieval. Die schwer fassbare Business Intelligenz rattert im Hintergrund, entbindet aber keinen Nutzer von der Verpflichtung auf erfolgreiche Aktivitäten. Die wöchentlichen oder monatlichen Zielvereinbarungen gelten nicht für die Maschinen, sondern für die Mitarbeiter.</p>
<p>Die haben sich inzwischen daran gewöhnt, das analytische Instrumentarium, soweit es denn brauchbare Ergebnisse bringt, in Form von Warenkorb-, Kunden- oder Performanceanalysen in ihren Alltag einzubauen. Am einfachsten geht das mit Business-Kennzahlen wie Umsatz, Stückzahl, Retouren oder Lagerbestände. Die lagern in den Faktentabellen. Selektions- und Filtermerkmale holt sich der Anwender aus den Dimensionstabellen. Das ganze hinterlässt den Eindruck eines Baukastensystems, das mitunter sogar Business-Templates im Sinne inhaltlich vorgefertigter Geschäftsprozesse enthalten kann.</p>
<p>Gut gerüstet mit hochverdichteten Informationen gehen die Unternehmen jetzt auf die Märkte los. Was dabei herauskommt ist kein großes Geheimnis. Es mag sein, dass Anwender mit einem Risk-Management-Tool die Finanzierungs- und Refinanzierungskosten im Unternehmen auf einem niedrigen Level halten können, aber ein Blick in die Wirtschaftspresse deutet auf das glatte Gegenteil: Die Risikoanalysen der Banken gingen im Fall Hypothekenspekulation gründlich in die Hosen. Das Finanzdesaster erfasst schon auf Grund des Ausmaßes auch real wirtschaftende Teile der Gesellschaft. Ähnliches gilt für spektakuläre Fehleinschätzungen im Flugzeugbau, der Biotech- und Baubranche oder der ehemaligen Mobilfunksparte von Siemens. Auf der Liste der Pleiten des Jahres tummeln sich regelmäßig fast 30 000 Unternehmen &#8211; recht unwahrscheinlich, dass niemand ein Data Warehouse einsetzt.</p>
<p>Zusatz</p>
<p>Wer kann besser analysieren</p>
<p>Etwa zehn Jahre mühten sich Entwickler von IBM, Teradata, Sybase, Microsoft und Oracle ab, die mehrdimensionale Speicherung von Daten in einem Schneeflocken-, Galaxie- oder Starschema hinzukriegen. Immer wieder stehen zwei große Themen im Raum: Datenqualität und Performance. Zahlreiche Erweiterungen der Datenbanktechniken und trickreiche Einfälle wie das Aufteilen einer Tabelle mit umfangreichen Extensionen auf mehrere kleine Partitionen oder die Einführung von Bitmap-Indexierung und bessere Gruppierungsfunktionen der Abfragesprache SQL (Structured Quere Language) entschärfen die gröbsten Hindernisse. Eine kleine Gruppe von Spezialherstellern, darunter Cognos, Hyperion, Business Objects, SAS, Informatica oder Comshare, machen mit eigenen Software-Paketen auf sich aufmerksam. Meist stammen sie aus dem OLAP- und ETL-Umfeld und profitieren von den Schwächen der herkömmlichen Datenhaltung. </p>
<p>Während nahezu alle Komponenten auf jeder Ebene des Data-Warhouse-Modells in ihrem technischen Reifegrad zugelegt haben, wächst auch die Begehrlichkeit der Hersteller möglichst viel vom Business-Intelligence-Kuchen abzukriegen. Datenbankhersteller fangen an, die analytischen Fähigkeiten ihrer Datenbankmanagementsysteme zu erweitern. Die Performanceschwächen der klassischen OLAP-Cubes bei Verarbeitung größerer Datemnengen sind zwar noch nicht ausgebügelt, aber die meisten Hersteller lassen sich nicht auf die konkurrierenden Varianten MOLAP (multidimensionale Datenbank mit entsprechenden Datenstrukturen) oder ROLAP (Multidimensionalität wird auf zweidimensionalen Tabellen abgebildet) festlegen und bieten beides an.</p>
<p>Je mehr der Funktionsumfang einer Business-Intelligence-Suite ausgedehnt wird, desto stärker reizt das die Platzhirsche der IT-Welt. Im letzten Jahr schnappten sich SAP, Microsoft und IBM vormals selbständige Anbieter mit jahrelanger Entwicklungserfahrung. Zwar erhält die Gemeinde der Data-Warehouse-Anbieter mit Teradata nach der Trennung vom Mutterkonzern NCR wieder selbständigen Zuwachs, aber die Reihen haben sich mit dem Weggang von Hyperion, Cognos und Business Objects doch sehr gelichtet. Die Frage ist, was nutzt das dem Anwender. </p>
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	</item>
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		<title>Kurze Antworten auf letzte Fragen (1)</title>
		<link>http://abeuthner.wordpress.com/2007/10/15/kurze-antworten-auf-letzte-fragen-1/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Oct 2007 13:15:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abeuthner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon mal gestorben? Eine wichtige Lebenserfahrung, die jeden ereilt, ob als Opfer einer Hungersnot, einer Attacke, einer Naturkatastrophe oder durch Organversagen. Für kulturphilosophische Deutungskünstler gehört der Tod zur Kategorie gut ausschmückbarer Interpretationen, denn der Mensch stirbt nicht einfach so. Der Tod spielt vielmehr eine äußerst vielschichtige, energiegeladene und auch karrierefördernde Rolle. 
Wer kennt es nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=16&subd=abeuthner&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Schon mal gestorben? Eine wichtige Lebenserfahrung, die jeden ereilt, ob als Opfer einer Hungersnot, einer Attacke, einer Naturkatastrophe oder durch Organversagen. Für kulturphilosophische Deutungskünstler gehört der Tod zur Kategorie gut ausschmückbarer Interpretationen, denn der Mensch stirbt nicht einfach so. Der Tod spielt vielmehr eine äußerst vielschichtige, energiegeladene und auch karrierefördernde Rolle. </p>
<p>Wer kennt es nicht das Phänomen, dass Musiker und Künstler erst nach der Beerdigung den Status eines zeitlosen Denkmals erreichen. Rennpiloten der Formel-1 stehen mit einem Bein im Grab und holen dadurch ein paar Sekunden für den Sieg heraus. Gotic-Gruppen huldigen dem Leichentuchlook und fühlen sich erst als Grufties so richtig wohl. Für manchen Philosophen ist die Todeserfahrung der Schlüssel zum Leben und der Bundesverteidigungsminister wägt beim Abschussbefehl 80 Flugzeugleichen gegen 80 000 Stadionbesucher ab. Im kirchlichen Umfeld ist ständig von Trost und Erlösung die Rede und den sozialverträglichen Abgang legen nicht nur die Bilanzzahlen der vereinigten Krankenkassen nahe.</p>
<p>Da wird nicht nur einfach gestorben, sondern eben kulturphilosophisch (und gesellschaftspolitisch) am Sinn des Todes herumgemacht. Seinszugewandte Denker, wirkungsgeschichtlich sicherlich nicht unbedeutend, stürzen sich lustvoll in den Strudel letzter Gründe des existierenden Seienden (Welt) und Daseins (Mensch) und suchen nach dem Urprinzip, auch Sein genannt. Eine sprachlich grenzwertig aufbereitete Abhandlung liefert Martin Heidegger´s Standardwerk Sein und Zeit. Beim Nachlesen, um was es dem Seinsphilosophen denn eigentlich geht, stößt man bei der Grundverfassung des Menschen auf eine eigentümliche Stelle: Solange das Dasein als Seiendes ist, hat es seine Gänze nie erreicht. Sprich, um dem Sein des Menschen näher zu rücken, sollte man das existenzbehaftete Seiende fahren lassen. Der Tod als Tor zum eigentlichen Selbst.</p>
<p>Der schwäbische Philosoph feiert zwar nur die Möglichkeit zum Tod als Bestandteil des Lebens (das ist dann die ontologische Seinserfahrung), aber nur mit dem Tod gelingt der Eintritt in das Haus des Seins. Wer sich auf existenziell Erreichtes versteift oder gar mehr fordert, verfehlt den Sinn des Lebens. Existenzphilosophisch steht also einiges auf dem Spiel, zumal ideengeschichtlich die andere Totalitätsfrage nach dem Verhältnis von Leib und Seele respektive Geist noch gar nicht richtig zum Zug kam. </p>
<p>Auf diesem Feld fühlen sich die religiös eingefärbten Todesanalytiker besonders angesprochen. Zwar liegen die Denkhorizonte von Seinsphilosophen und Theologen nicht weit auseinender, aber das göttliche Prinzip eines Ganzen mit einem gewaltigen Schöpfer im Zentrum hat gesamt geschichtlich einen wesentlich größeren Einfluss auf das Denken und Handeln maßgeblicher (und unmaßgeblicher) Menschen. Machen wir´s kurz: Der Theologe postuliert, was der Philosoph umständlich deduziert: Gottes Wirklichkeit ist einfach größer als die menschliche Fähigkeit, diesen seinen Schöpfer zu erkennen. Die Vernunft scheitert schlicht am Erfassen der Wahrheit und muss sich mit der Tatsache bescheiden, die Frage überhaupt zu stellen. </p>
<p>Zusammengenommen also kommen sich die Interpretatoren aus den verschiedenen Denklagern doch sehr nahe. Der Sinn des Lebens ist einfach zu sein und das Schicksal zu tragen, in das man geworfen wird &#8211; der Tod fährt ohnehin immer mit. </p>
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		<title>Hundert Terabit aber theoretisch</title>
		<link>http://abeuthner.wordpress.com/2007/08/23/hundert-terabit-aber-theoretisch/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Aug 2007 13:36:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abeuthner</dc:creator>
				<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Science]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer will 20 Milliarden Seiten E-Mails pro Sekunde verschicken? Für optische Netze ist das keine abwegige Vorstellung, meinen Wissenschaftler der Bell Labs von Lucent Technologies. Die dafür erforderliche Bandbreite lässt sich im Glasfaserkanal realisieren. Die übertragbare Datenmenge wäre dann ungefähr 100 Terabit je angefangener Sekunde. 
Die Wissenschaftler wollen allerdings einen Grenzwert ermittelt haben, der sich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=15&subd=abeuthner&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wer will 20 Milliarden Seiten E-Mails pro Sekunde verschicken? Für optische Netze ist das keine abwegige Vorstellung, meinen Wissenschaftler der Bell Labs von Lucent Technologies. Die dafür erforderliche Bandbreite lässt sich im Glasfaserkanal realisieren. Die übertragbare Datenmenge wäre dann ungefähr 100 Terabit je angefangener Sekunde. </p>
<p>Die Wissenschaftler wollen allerdings einen Grenzwert ermittelt haben, der sich aus den physikalischen Eigenschaften des Glasfaserkanals ergibt: Lichtpulse verlieren beim Faserdurchgang wegen Interferenzen und anderer störender Einflüsse (die Photonen des eingekoppelten Lichtsignals interagieren mit den Atomen des Übertragungsmediums) an Geschwindigkeit. Zudem nimmt auf längeren Strecken der Rauschanteil zu, so dass daraus zusätzliche Limits für die übertragbare Datenmenge entsteht.</p>
<p>Graue Theorie</p>
<p>Aber egal. Den Netztüftlern von Lucent schwebt ein Kommunikationsnetz vor, das nahe am Grenzwert von 100 Terabit pro Sekunde die Router verbindet. Doch bevor die Medienindustrie mit ihren hochbitratigen Broadcastplänen in Jubel ausbricht und schon mal Sendeleistung bei Alcatel-Lucent vorbestellt, dämpfen die Experten der Bell Labs die Euphorie – das 100-TB-Netz ist ein mathematisches Konstrukt, berechnet aus vereinfachenden Annahmen, ein bisschen Quantenphysik und der Wellenmultiplex-Technik, bei der Lichtwellen unterschiedlicher Frequenzen gleichzeitig über eine Faser übertragen werden. </p>
<p>Auch wenn nur ein theoretischer Wert hinter dem Statement aus den Bell Labs steckt, beflügeln solche Meldungen natürlich die Phantasie. Und diese bekommt regelmäßig Nährstoff aus den Grenzbereichen der Physik. Einschlägig ist in diesem Zusammenhang der Tunneleffekt von Mikrowellen. Seriöse Wissenschaftler haben beobachtet, dass am Ende eines Metallrohres Lichtteilchen angekommen, noch bevor sie abgeschickt wurden. Einfach ausgedrückt: Da fliegen Photonen schneller als die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum.</p>
<p>Jetzt, liebe Leser, bitte festhalten. Die Lichtgeschwindigkeit ist eine Naturkonstante und benötigt als Bewegung Zeit. Wenn ein Teilchen schneller fliegt, sinkt die Zeitspanne seiner Bewegung auf Null oder unterschreitet gar den Nullpunkt. Der forschende Verstand wird jetzt sehr aufgeregt, denn eine negative Zeit bedeutet ja Umdrehung der Bewegungsrichtung, also Zeitreise zurück.</p>
<p>Vorher ist Nachher</p>
<p>Einem Netzadmin mag das etwas futuristisch vorkommen, aber die Vorstellung ist reizvoll. Kommt das Datenpäckchen zu dem Zeitpunkt beim Empfänger an, an dem es abgeschickt wurde, wäre die Crux mit den Latenzen hinfällig. Noch atemberaubender ist der naheliegende Gedanke, dass die Daten schon beim Empfänger eintreffen, während der Router dabei ist, dem Päckchen eine Zieladresse zu verpassen. Ja und wenn es mit der Physik so stimmt, können informationsbeladene Photonen über Ereignisse berichten, die erst in Zukunft eintreffen werden.</p>
<p>Irgendwie stellt sich bei diesen Schlussfolgerungen das Gefühl ein, dass hier etwas Hokuspokus im Spiel ist. Wenn schon die Lucent-Wissenschaftler bei ihrer 100 Terabit-Prognose betonen, dass das alles sehr theoretisch sei, ist der Teilchenflug in Überlichtgeschwindigkeit etwas für Marsmännchen auf der Suche nach Parallelwelten. </p>
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		<title>BenQ-Wolken über Helsinki</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2007 09:42:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abeuthner</dc:creator>
				<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[commonplacing]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein weiterer Siemens-Deal entwickelt sich zum Disaster für die Mitarbeiter: Nokia Siemens Networks (NSN) vollzieht, was seit langem angekündigt war – Personalabbau im großen Stil.
Kurz nach dem Unternehmensstart im April diesen Jahres macht das Management des neu installierten Netzwerkriesen Ernst mit den Entlassungen von zunächst 9000 Mitarbeitern. Nichts neues in der krisengeschüttelten Telco-Branche, aber doch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=14&subd=abeuthner&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Ein weiterer Siemens-Deal entwickelt sich zum Disaster für die Mitarbeiter: Nokia Siemens Networks (NSN) vollzieht, was seit langem angekündigt war – Personalabbau im großen Stil.</p>
<p>Kurz nach dem Unternehmensstart im April diesen Jahres macht das Management des neu installierten Netzwerkriesen Ernst mit den Entlassungen von zunächst 9000 Mitarbeitern. Nichts neues in der krisengeschüttelten Telco-Branche, aber doch bezeichnend für die Manöver der verantwortlichen Unternehmensspitze. Ähnlich wie bei der Abwicklung der Handy-Sparte von Siemens durch BenQ setzt auch das Top-Management von NSN das Skalpell beim offenbar schwächsten Glied der Wertschöpfungskette, dem Mitarbeiter, an.</p>
<p>Weniger ist mehr</p>
<p>Die Verlautbarungen folgen immer derselben Logik: Wir kappen Arbeitsplätze, um Arbeitsplätze zu retten. Ein fast philosophischer Vorgang. Mit dem Abbau, dessen Erhalt zu betreiben ist eine große Leistung. Aus Managementsicht sieht das folglich so aus: Um das Ding zum fliegen zu bringen, müssen wir Ballast abwerfen. </p>
<p>Klingt einsichtig, ist es aber nicht. Denn der Deal riecht schon wieder nach Abwicklung. Was da zum Fliegen gebracht werden soll sind die Ansprüche von Geldinvestoren, die nach Rendite lechzen. Ein radikaler Anspruch, denn einem Shareholder ist es egal, wie die Ausschüttung zustande kommt. </p>
<p>Baufehler oder Absicht</p>
<p>Bei BenQ hat es ein Jahr gedauert, dann war das Unternehmen am Ende. NSN hat noch gar nicht losgelegt, und schon treten die Verantwortlichen in Helsinki auf die Bremse. Offenbar wurde da ein Firmenkonglomerat zusammengeschweißt, bei der von vorneherein die Ladeluke nicht wasserdicht abschließt. </p>
<p>Mit fatalen Folgen für das Deckpersonal. Während auf der Kommandobrücke schon Fahrtpläne geschmiedet werden und Offiziere die ersten Warm-up-Programme absolvieren, grassiert im Untergeschoß die nackte Überlebensangst. Die Geburt eines Vorzeigeunternehmens entpuppt sich als Entsorgungsstätte für überflüssige Mitarbeiter. </p>
<p>Das Jonglieren mit dem humanen Kapital regt mittlerweile kaum noch jemand auf. In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich ein Gewöhnungseffekt eingestellt, der solcherlei Managergebahren kommentarlos durchwinkt. Tatsächlich ist die Entrüstung über solche Maßnahmen fehl am Platz. Das Management handelt streng nach den Erfordernissen einer konkurrenzfähigen Unternehmensorganisation und wirft Teile der Belegschaft auf den Arbeitsmarkt. Wem das auf Dauer guttut lässt sich am Auseinanderklaffen von Arm und Reich ablesen. </p>
<p>Rückläufige Arbeitslosenzahlen ändern daran übrigens nichts. Wenn ehemalige Ingenieure in Leichtlohngruppen auftauchen oder Zeitarbeitsfirmen gelernte Metaller zu Spottpreisen weiterreichen, mag das ein Sieg der Reformpolitik sein, praktisch bedeutet das Dequalifizierung und Verarmung einer ganzen Reihe von Leuten, die mal besser gestellt waren.</p>
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		<title>NGN &#8211; süße Verlockung mit Beigeschmack</title>
		<link>http://abeuthner.wordpress.com/2007/02/19/ngn-suse-verlockung-mit-beigeschmack/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Feb 2007 11:26:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abeuthner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeder Netzwerkadministrator weiß ein Lied davon zu singen, was es heißt, drei Netzwerke zu managen. Telefon und Datenleitung führen bislang ein seltsames Doppelleben. Kommt der Mobilfunk noch dazu, wächst der Aufwand und die monatlichen Rechnungsbeträge.
Vieles wurde unternommen, um den Telefonverkehr auf die Datenleitung zu bringen. Der breitbandige DSL-Anschluss hat den Voice-over-IP-Diensten das Tor geöffnet. Indes [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=13&subd=abeuthner&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Jeder Netzwerkadministrator weiß ein Lied davon zu singen, was es heißt, drei Netzwerke zu managen. Telefon und Datenleitung führen bislang ein seltsames Doppelleben. Kommt der Mobilfunk noch dazu, wächst der Aufwand und die monatlichen Rechnungsbeträge.</p>
<p>Vieles wurde unternommen, um den Telefonverkehr auf die Datenleitung zu bringen. Der breitbandige DSL-Anschluss hat den Voice-over-IP-Diensten das Tor geöffnet. Indes die Parallelwelten mit den zwei Anschlüssen sind geblieben.</p>
<p>Das soll jetzt alles anders werden. Das Next Generation Network (NGN) basiert ausschließlich auf IP-Technik und routet den Voice-Stream neben den anderen Datenpäckchen fehlerfrei von Endgerät zu Endgerät. </p>
<p>Einen für zwei</p>
<p>Das so genannte IP-Peering kennt keinen Zeittakt. Es gilt das Flat-Prinzip. Lediglich beim Übergang in ein anderes Kommunikationsnetz hält der Carrier die Hand auf. Sehr verbraucherfreundlich, denn für den Teilnehmer entfällt das Endgeld für zwei Anschlüsse.</p>
<p>Einige Netzbetreiber wie Arcor, Hansenet oder die niederländische KPN bilden derzeit die Vorhut der NGN-Pioniere. Die Holländer wollen bis 2010 das traditionelle Telefonnetz stilllegen und Hansenet bietet bereits einen universellen Kommunikationsanschluss an. Arcor hat den Einheitsanschluss für die nächsten Monate angekündigt.</p>
<p>Die Deutsche Telekom hält sich bei NGN noch zurück. Das Festnetz ist nach wie vor eine sichere Einnahmequelle, auch wenn dem Telco-Riesen die Telefonkunden scharenweise weglaufen. Gleichwohl bekennen sich die Bonner bei jeder Gelegenheit zur Konvergenz der Netze und bündeln schon mal die Tarife zu einem großen Pauschalarrangement. </p>
<p>Lukrative alte Technik</p>
<p>Große Eile legt die Telekom beim Wechsel der Netzinfrastruktur nicht an den Tag. Der Datentransport im Telefonnetz per TDM (Time Division Multiplex) bleibt samt NTBA-Dose (Network Termination for ISDN Basic Acces) und standardisierter Telekommunikations Anschluss Einheit (TAE) erst mal im Betrieb. Vielleicht ist das auch gut so, denn der Datentraffic in der DSL-Leitung wächst unaufhörlich. Darunter leidet mitunter die Übertragungsqualität, was beim Telefonieren zu Verständigungsschwierigkeiten oder lästigen Abbrüchen führt.</p>
<p>Wer beim NGN-Anschluss an den Geldbeutel denkt und auf niedrigere Kommunikationskosten spekuliert, liegt falsch. Das NGN-Management ist zwar für den Netzbetreiber eine gewaltige Einsparung, aber bevor die Preise fallen muss erst mal der Investitionsberg abgetragen werden. </p>
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		<title>Neues von der letzten Meile</title>
		<link>http://abeuthner.wordpress.com/2007/01/22/neues-von-der-letzten-meile/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Jan 2007 10:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abeuthner</dc:creator>
				<category><![CDATA[General]]></category>
		<category><![CDATA[IT]]></category>

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		<description><![CDATA[Was der Netzwerkanschluss kostet hängt von vielen Faktoren ab. Womit Unternehmen und Otto Normalverbraucher auf jeden Fall rechnen müssen, ist die Tarifierungsphantasie des Anbieters. Beim Teilnehmeranschluss im Festnetz ist das die Deutsche Telekom. Die nutzt ihre hoheitliche Stellung bei der letzten Meile und bittet zur Kasse. Jedes Geschäftsmodell lebt schließlich von einer rentablen Preisgestaltung. 
Nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=12&subd=abeuthner&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Was der Netzwerkanschluss kostet hängt von vielen Faktoren ab. Womit Unternehmen und Otto Normalverbraucher auf jeden Fall rechnen müssen, ist die Tarifierungsphantasie des Anbieters. Beim Teilnehmeranschluss im Festnetz ist das die Deutsche Telekom. Die nutzt ihre hoheitliche Stellung bei der letzten Meile und bittet zur Kasse. Jedes Geschäftsmodell lebt schließlich von einer rentablen Preisgestaltung. </p>
<p>Nicht nur die Preise für Tomaten, Hackfleisch oder Salat steigen, auch der Teilnehmeranschluss im Festnetz der Deutschen Telekom ist viel zu billig und soll dem Trend folgen. Der Antrag der Deutschen Telekom auf Gebührenerhöhung für die TK-Carrier und Zugangsprovider, die für ihre Dienste die letzte Meile benötigen, liegt auf dem Tisch der Bundesnetzagentur. Satte 13 Prozent mehr sollen sie für den kurzen Weg vom Hausanschluss in das Wide Area Backbone bezahlen, sonst dreht der Leitungseigentümer Telekom den Hahn zu. </p>
<p>Während eine ähnliche Drohung der russischen Regierung beim Ölfluß in der Transitpipeline Druschba zu harschen Reaktionen führte, regt sich beim Datenfluß bisher noch keine Seele auf. Einzig der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) spricht von einem unanständigen Antrag und echauffiert sich über das Wettbewerbsverständnis der Deutschen Telekom. Die begründet ihren Antrag damit, dass höhere Preise den Wettbewerb ankurbeln und damit die Preisspirale wieder nach unten drücken. Da muss sogar BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann lachen.</p>
<p>Ein weiteres Argument der Deutschen Telekom für die Preiserhöhung gewährt ebenfalls erschreckende Einblicke in die Sichtweise der Telekom-Manager. Die Mieteinnahmen für die letzte Meile seien nichts anderes als der Deckungsbeitrag für die Unterhaltskosten, heißt es beim TK-Riesen. Wie bitte berechnet die Telekom die Kosten für eine Meile Kupferkabel, die sie ohnehin als ehemaliger Staatskonzern mit Steuergeldern seinerzeit im Boden vergraben hat? Die Antwort führt direkt in das Dickicht moderner Kostenrechnungen. Ein Stellenabbau nämlich reduziert nicht die Personalkosten, sondern erhöht die Ausgaben, behaupten die Telekom-Betriebswirte. Zur unerträglichen Höhe der Gehälter addieren die Kostenrechner nun einfach die Aufwendungen für deren Abbau und wollen sich das von den Carrierrn und Providern bezahlen lassen. </p>
<p>Die Finanzakrobatik der Controller enthält noch einen weiteren Witz. Das Abwälzen von Kosten auf die umliegenden Geschäftspartner, endet spätestens bei der Frage, wer denn nun die Zeche zahlt. Am Ende blecht der Teilnehmer mit seinem Endgeld für den Personalabbau des Telekom-Konzerns. So einfach wie bei den Tomaten und dem Rinderhack lösen sich die verschlungenen Wirtschaftsbeziehungen und nicht wirklich ausgetragenen Widersrpüche rund um die Kommunikationsnetze auf. </p>
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		<title>Sheriff im Netz sieht mit</title>
		<link>http://abeuthner.wordpress.com/2006/12/08/sheriff-im-netz-sieht-mit/</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Dec 2006 12:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abeuthner</dc:creator>
				<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Überraschung kam auf leisen Sohlen. Das Bundeskriminalamt greift demnächst auch auf Festplatten der Internet-User zu, nachdem es die Landesbehörden schon regelmäßig seit geraumer Zeit tun. Unbemerkt, versteht sich. Denn beim Behörden-Hack handelt es sich nicht um das illegale Ausspionieren von Computernetzen, PCs, E-Mails und Chat-Foren, sondern um ganz legales Vorgehen der Strafverfolgungsbehören. Die autorisierte [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=10&subd=abeuthner&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Die Überraschung kam auf leisen Sohlen. Das Bundeskriminalamt greift demnächst auch auf Festplatten der Internet-User zu, nachdem es die Landesbehörden schon regelmäßig seit geraumer Zeit tun. Unbemerkt, versteht sich. Denn beim Behörden-Hack handelt es sich nicht um das illegale Ausspionieren von Computernetzen, PCs, E-Mails und Chat-Foren, sondern um ganz legales Vorgehen der Strafverfolgungsbehören. Die autorisierte Rundumüberwachung des Internets verleiht einem sehr menschlichen Anliegen einen Tiefschlag: Anonymität gegenüber Dritten ist beim Gedankenaustausch nicht mehr gewährleistet.</p>
<p>Während die Hackerszene, die mit eingeschmuggelten Leseprogrammen den PC nach Kreditkartennummern oder ähnlichem durchstöbern, seit langem für öffentliche Entrüstung sorgt, nehmen sich Beamte genau diesen gescholtenen Hacker zum Vorbild und gehen zum Informations-Fishing. Klar geht es darum, Straftaten aufzudecken oder zumindest Hinweise auf potentielle Täterkreise und deren Vorhaben zu finden. Aber gibt es nicht auch Hacker mit edlen Motiven, die beispielsweise durch spektakuläre Angriffe auf Schwachstellen aufmerksam machen?</p>
<p>Hacker ist Hacker sagt bislang die Staatsanwaltschaft. Jetzt kommt die Ausnahme. Der geadelte Staatshacker handelt im Auftrag seiner Majestät und hat die Lizenz zum Zugriff. Das Informationsbedürfnis des Staatsschutzes und der Kriminellenverfolger ist offenbar so groß, dass die Behörden auch im virtuellen Raum dabei sein wollen. Aber: Böse Buben bereiten ihr Ding doch nicht im Internet vor oder verüben den Anschlag auf einer Webseite. Diese Leute scheuen das Licht der Öffentlichkeit. Das macht dieses Klientel doch auch im wirklichen Leben so. Jeder Fernsehkrimi zeigt, dass Gauner seit jeher konspirativ vorgehen. Ein Mafiosi, der seine Anweisungen auf Zettel notiert, schafft natürlich Beweismittel. Deshalb verschwinden sie ja auch schnellstmöglich in der Klospülung. Professionelle Banden werden sich kaum auf ein Medium einlassen, das viele Spuren hinterlässt. Islamische Terroristen benutzen Webseiten allenfalls für Botschaften, die sie bewusst nach draußen geben.</p>
<p>Es mag Hitzköpfe geben, die vor lauter Technikbegeisterung vergessen, dass sie auf der falschen Seite des Gesetzes stehen. Es gibt Trittbrettfahrer, Psychopathen, Selbstinszenierer, Angeber und Naivlinge – jeder kann sich im Internet herumtreiben. Wie bitte sollen Beamte aus dieser kunterbunten Vielfalt einen veritablen Straftäter herausfiltern, der obendrein seine Tat noch gar nicht zur Aufführung gebracht hat. Der Kriminalist stürzt sich in digitale Jenseits, obwohl der Tatort doch im Diesseits zu finden ist. Die Antwort aus dem Innenministerium lautet: Macht nix, wir brauchen das. Denn wir tragen erst mal alles zusammen und lassen dann unsere Analysemaschinen drüberlaufen.</p>
<p>Zwangsläufig bleibt bei diesem Vorgehen mehr hängen, als der Täter oder sein Umfeld. Es sind Kundenprofile die in den Amtsstuben zusammengefügt werden, die erst mal in die Datenbank wandern und dort zu aussagefähigen Informationen weiter verdichtet werden. Polizeiarbeit wandelt sich in ein gigantisches Data Warehouse, das in ganz Europa zur Verfügung steht. Damit das alles funktioniert ist Technik vom Feinsten nötig, bezahlt von Steuergeldern, die auch die IT-Spezialisten der umtriebigen Verfassungsschützer entlohnen. Eine schwere Hypothek. Das muss einfach ein Erfolg werden. Der Drehbuchautor würde hier der Vollständigkeit halber noch hinzufügen: Bis zum nächsten Anschlag (das Böse ist den Verfolgern immer ein Schritt voraus).</p>
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		<title>BenQ &#8211; Facetten eines Siemens-Deals</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Nov 2006 18:05:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abeuthner</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Zum Geschäftemachen gehört eine handfeste Portion an Rücksichtslosigkeit. Anders ist es nicht zu erklären, dass ein alteingesessener Elektronikkonzern, der mal viel von der Ingenieurskunst seiner Mitarbeiter gehalten hat, Teile seiner Belegschaft wie eine überflüssige Ressource behandelt und nach einer kostenneutralen Entsorgung sucht.
Ein Abnehmer für die Altlast aus dem Mobilfunkbereich war  in Gestalt von Handy-Hersteller BenQ [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=9&subd=abeuthner&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Zum Geschäftemachen gehört eine handfeste Portion an Rücksichtslosigkeit. Anders ist es nicht zu erklären, dass ein alteingesessener Elektronikkonzern, der mal viel von der Ingenieurskunst seiner Mitarbeiter gehalten hat, Teile seiner Belegschaft wie eine überflüssige Ressource behandelt und nach einer kostenneutralen Entsorgung sucht.</p>
<p>Ein Abnehmer für die Altlast aus dem Mobilfunkbereich war  in Gestalt von Handy-Hersteller BenQ schnell gefunden. Der Wechsel von Produktionsstääten und Personal unter ein neues Firmendach hat dem Siemenskonzern gut getan. Der Vorstand bilanzierte vor kurzem eine unerwartet positive Gewinnsituation im aktuellen Geschäftsjahr.</p>
<p>Weniger gut getan hat das Verschachern des Handy-Geschäfts den Mitarbeitern. Die wurden vom neuen Arbeitgeber sogleich auf Gehaltsdiät gesetzt und zu kostenlosen Überstunden verdonnert &#8211; zur Rettung der Arbeitsplätze natürlich.</p>
<p>Jetzt sind neue Einzelheiten aufgetaucht, wie aus gut ausgebildeten Siemensianern bedauernswerte Sozialfälle werden: Im Sommer haben knapp 300 BenQ-Mitarbeiter freiwillig gekündigt mit der Vereinabrung, dass sie eine ordentliche Ablösesumme erhalten. Wer kündigt, erhält kein Arbeitslosengeld. Durch die BenQ-Insolvenz kann er aber auch auf seine Ablöses pfeifen, er ist zwar formal Gläubiger beim zahlungsunfähigen Unternehmen, aber bevor Personalforderungen überhaupt zur Begutachtung anstehen, wird erst die ganze Liste an Verbindlichkeiten mit den dahinter stehenden Geldgebern abgearbeitet.</p>
<p>Es sieht fast so aus, dass am Ende aus Erwerbstätigen neue Hartz-IV-Empfänger werden und zwar ohne viele Zwischenstationen und in einem atemberaubenden Tempo. Deren Bilanz sieht dann nicht so schön aus, wie das Ergebnis des ehemaligen Arbeiotgebers.</p>
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		<title>Aufräumen im Libanon</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Aug 2006 12:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abeuthner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Bomben auf Menschen losgehen gilt in aufgeklärten Demokratien als unschick. Eigentlich ist es der Hinweis auf einen Täterkreis, der wichtige Lektionen der globalen Weltordnung nicht verstanden hat. Der Moralphilosoph Immanuel Kant hat das mal so formuliert: „Handle nach der Maxime, die sich selbst zugleich zum allgemeinen Gesetze machen kann.“ Damit schließt Kant keineswegs praktische [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=8&subd=abeuthner&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Mit Bomben auf Menschen losgehen gilt in aufgeklärten Demokratien als unschick. Eigentlich ist es der Hinweis auf einen Täterkreis, der wichtige Lektionen der globalen Weltordnung nicht verstanden hat. Der Moralphilosoph Immanuel Kant hat das mal so formuliert: „Handle nach der Maxime, die sich selbst zugleich zum allgemeinen Gesetze machen kann.“ Damit schließt Kant keineswegs praktische Vernunft und Gewalt aus. Gewalttäter sind Terroristen, wenn sie nicht namens und im Auftrag des Rechtstaates ihren Job ausüben. Mit anderen Worten, die israelische Armeeführung räumt im Libanon auf, weil sie den allgemeinen Gesetzen der praktischen Vernunft gehorcht.<br />
Der allgemeine Gesetzgeber sitzt in Washington und verfügt ein Wertesystem, das überall gelten soll. Die Militäroperation der Israelis geht folglich widerspruchslos über die Bühne, da sich hier zugleich amerikanisches Interesse betätigt &#8211; Hisbollah-Milizen und Palästinenser reklamieren seit Jahrzehnten ein eigenes Existenzrecht, das sie in Gegensatz zum israelischen Staatsgebilde bringt. Dieses Recht wird vom obersten Rechtehüter nicht anerkannt, folglich ist das Selbstbehauptungsprogramm der Israelis zugleich das Geltendmachen von allgemeinem Gesetz und der Hisbollah-Kämpfer ein Terrorist.<br />
Das geht nun schon seit Jahrzehnten so und treibt in der jüngsten Geschichte immer groteskere Blüten. Hisbollah und Palästinser sind Teil des weltweiten Terrorismus, sagt Washington. So gesehen, trifft der 33-Tage-Krieg im Libanon genau die Richtigen. Die Kriegsbilanz mit den 3700 Toten und Verletzten sowie Sachschaden in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar auf libanesicher Seite und 700 Millionen US-Dollar für die Israelis belastet kaum das Gewissen der Kriegsparteien. Für die einen ist das Schadensmaß ausreichend, um von einem Sieg der israelischen Streitkräfte zu sprechen, für Hisbollah-Scheich Nasrallah ist das Ende seiner Milizen (noch) nicht eingetreten. Die nächste Auseinandersetzung ist vorprogrammiert und daran wird auch eine UN-Truppe nichts ändern.<br />
Der oberste Ordnungshüter zeigt sich auch zufrieden. Der Militärschlag hat die Dominanz der westlichen Wertegemeinschaft in der islamischen Welt demonstriert und den syrischen und iranischen Machthabern gezeigt, wie man Stadtteile, Autobahnen, Flughäfen und Elektrizitätswerke in Schutt und Asche legt. Sogar dem UN-Generalsekretär Kofi Annan wurde eine Bewährungsprobe eingeräumt, nachdem im Kriegsverlauf den UN-Vertretern jede Kompetenz bestritten wurde. Die Wertegemeinschaft räumt auf und schreitet zur Abwicklung der vom Kriegsergebnis noch übrig gebliebenen Restbestände. Unter den wachsamen Augen der Wertegemeinschaft entsteht ein neuer Libanon, der die Unbotmäßigkeit der vergangenen Jahre noch entschlossener ablegt und wirksam die Interessen der Vereinigten Staaten durchsetzt.</p>
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		<title>Reformierte Armut</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jun 2006 09:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>abeuthner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist ja erstaunlich: Die Arbeitslosenzahl sinkt und die Zahl der Arbeitspl&#228;tze schwindet trotzdem unaufh&#246;rlich. Offenbar schafft es die deutsche Regierung ihren Umgang mit den l&#228;stigen Kostentreibern aus den Randbezirken der Gesellschaft bedarfsgerecht anzupassen. Von der  Liste der Arbeitslosengeldempf&#228;nger werden mehr und mehr Leute gestrichen, die sich sozialversicherungsneutral als Billig-Jobber durchschlagen m&#252;ssen oder sonstige [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=7&subd=abeuthner&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="MsoNormal">Das ist ja erstaunlich: Die Arbeitslosenzahl sinkt und die Zahl der Arbeitspl&auml;tze schwindet trotzdem unaufh&ouml;rlich. Offenbar schafft es die deutsche Regierung ihren Umgang mit den l&auml;stigen Kostentreibern aus den Randbezirken der Gesellschaft bedarfsgerecht anzupassen. Von der  Liste der Arbeitslosengeldempf&auml;nger werden mehr und mehr Leute gestrichen, die sich sozialversicherungsneutral als Billig-Jobber durchschlagen m&uuml;ssen oder sonstige Geldquellen anzapfen. Die Bandbreite reicht vom Ein-Euro-Job &uuml;ber das Gehalt des Ehepartners bis zum Lebensmittelklau. Dieses &bdquo;unentgeldliche Zubrot&ldquo; freilich f&auml;llt in den Bereich des Unerw&uuml;nschten und erzeugt neuerlich Kosten, diesmal bei den Ordnungskr&auml;ften und dem ganzen Sicherheitsapparat, nicht gerechnet der volkswirtschaftliche Schaden der durch Eigentumsdelikte aller Art Monat f&uuml;r Monat entsteht. Selbst Kostenbelastungen der Haushalte von Bund und Gemeinden durch Gro&szlig;eins&auml;tze der Polizei sind nicht ausgeschlossen, wenn die Ausgemusterten und Frustierten im gr&ouml;&szlig;eren Stil zu Randalieren anfangen &ndash; im Vergleich zu den monatlichen Transferleistungen der Sozialkassen allerdings ein marginaler Posten.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Der neuerliche Reformwille zu Hartz IV und ALG 2 l&auml;sst unschwer erkennen, wie es hierzulande weitergehen soll: Jeder Leistungsempf&auml;nger ist zur Gegenleistung verpflichtet &#8211; also Andienen an potentielle Geldgeber um jeden Preis. Die Neudefinition der Existenzsicherung, die sich Berliner Sozialpolitiker einfallen lassen, ist Teil einer Arbeitsmarktreform, die Besch&auml;ftigung per Gesetz erzwingen will. Doch da k&ouml;nnen Arbeits&auml;mter ihr Klientel noch so sorgf&auml;ltig nach den Kriterien &bdquo;brauchbar&ldquo; und &bdquo;unbrauchbar&ldquo; segmentieren, wo es keine Jobs gibt, wird auch nicht eingestellt.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Warum die Unternehmerschaft in Zeiten der weltweit organisierten Wertsch&ouml;pfung und immer neuer Herausforderungen auf die Mitarbeit von Teilen der Bev&ouml;lkerung verzichtet, ist ein weites Feld f&uuml;r Interpretationen aller Art und &ouml;ffentlichen Verlautbarungen verschiedener Berufs- und Interessengruppen. Klare Antworten geben Firmen, die gerade ihre Aktivit&auml;ten einer Reform unterziehen: Der kalifornische Unix- und Java-Spezialist Sun Microsystems strebt nach mehr Profitabilit&auml;t und beabsichtigt die Freillassung von 5000 Mitarbeitern. Anders ausgedr&uuml;ckt: Bis vor kurzem hat die Mannschaft Rendite abgeworfen, jetzt sind Teile der Belegschaft offensichtlich unrentabel.</p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/abeuthner.wordpress.com/7/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/abeuthner.wordpress.com/7/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/abeuthner.wordpress.com/7/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/abeuthner.wordpress.com/7/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/abeuthner.wordpress.com/7/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/abeuthner.wordpress.com/7/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/abeuthner.wordpress.com/7/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/abeuthner.wordpress.com/7/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/abeuthner.wordpress.com/7/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/abeuthner.wordpress.com/7/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/abeuthner.wordpress.com/7/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/abeuthner.wordpress.com/7/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=abeuthner.wordpress.com&blog=177055&post=7&subd=abeuthner&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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